In diesem Blogpost, wird es sich zur Abwechslung nicht hauptsächlich um Bücher drehen. Nein, ich habe vor euch ein paar Dinge zu erzählen, ob ihr euch das jetzt durchlest oder lieber durch meine Rezensionen stöbert, bleibt wie immer euch über lassen.
Seit fast drei Jahren führe ich auf Instagram eine Seite die die meisten wohl unter dem Namen „Leseblumen“ kennen, ich habe damit begonnen als ich 16 Jahre alt war und mein letztes Schuljahr anstand. Ich kann euch nicht mal ganz genau sagen, warum ich begonnen habe meine Bücher zu fotografieren aber es wurde ziemlich schnell zu meiner größten Leidenschaft.Ich würde behaupten das Bookstagram vor drei Jahren noch etwas anders war.
Als ich begonnen habe, man glaubt es kaum hat sich Bookstagram, tatsächlich um Bücher gedreht. Es ging hauptsächlich darum, seine Meinung zu einem Buch zu publizieren. Es war nicht von Bedeutung, wie qualitativ hochwertig die Bilder waren sondern viel eher um die Meinung des Bookstagrammers.
Diese Community ist in der Zeit unglaublich gewachsen, jeden Tag kamen neue Menschen dazu. Und ich fand das großartig, die ganze Stimmung dort, hat mich so in den Bann gezogen, aber wie das immer ist, man verändert sich. Deswegen ist dieser Post auch nicht dazu gedacht über die Bookstagrammer zu lästern oder sich über die Veränderungen zu beschweren, nur möchte ich euch erklären warum ich nach drei Jahren beschlossen habe aufzuhören.

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Ich denke der erste große Knackpunkt kam vor ungefähr einem Jahr, als ich immer wieder Bücher gekauft habe, die ich auf Instagram ganz oft gesehen habe und mir dachte wow so viele Menschen lesen diese Bücher, die müssen ja einfach gut sein. SO das Problem an dieser Stelle ist, das diese Bücher in den seltensten Fällen auch wirklich selbst gekauft sind, denn in den meisten Fällen handelt es sich um Rezensionsexemplare. Und Leute ich glaube da müssen wir uns jetzt wirklich nichts vormachen, wenn man ein Buch GESCHENKT bekommt, von einem Verlag zu geschickt, ist das natürlich erstmal wow! Auch ich dachte mir bei meinem ersten Rezensionsexemplar: “ Krass ich habe einfach so etwas geschenkt bekommen und muss jetzt nur darüber rezensieren“, und so etwas verfälscht meiner Meinung nach die Objektive Meinung zu einem Buch, denn von einem Buch das ich mir für 10€ oder mehr kaufe, erwarte ich etwas. Aber ein Buch das ich einfach zu geschickt bekommen habe, ist in erster Linie einfach mal mega cool und  man hat es ja geschenkt bekommen UND jetzt kommt der Punkt, man will in den meisten Fällen noch mehr.
Diese Entwicklung konnte ich in den letzten Jahren wirklich gut beobachten und nein ich habe absolut kein Problem damit das die Verläge, die Plattform Instagram als Werbung nutzen. Aber es hat nunmal vieles verändert. Natürlich Leute ist mir durch aus bewusst, das nicht alle so sind, aber diese „Hypes“, die auf einmal los getreten wurden über Bücher, bei denen es nicht mehr unbedingt um den Inhalt ging sondern nur noch um die Tatsache: Bekomme ich es zugeschickt wie xy oder nicht.
Damit konnte ich noch ganz gut umgehen aber ich fand es einfach sehr schade, aber es ging weiter denn seit einiger Zeit (ich weiß gar nicht wie lange), gibt es die allseits beliebten Insta Storys und hier kommen wir wohl auch zu einem schwierigen Thema, denn ich weiß was ich jetzt sagen werde wird vielleicht ein paar von euch kränken, irritieren oder verärgern. ABER Leute, nicht jeder will täglich wissen, ob euer Hamster gestorben ist, wie schlecht es euch geht oder wie unfair es ist das ihr ein bestimmtes Buch nicht bekommen habt. (Dazu aber später mehr)
Ich bin ein absoluter Gegner, alles und sein gesamtes Leben im Internet zu dokumentieren. Bei täglichen Bildposts habe ich immer das Gefühl die meisten Leute, lesen sich das nochmal durch bevor sie es posten, aber bei diesen Storys… Am besten vom Bett aus, wird der gesamten Reichweite, erklärt warum der Tag heute kacke war und wieso ihr heute rumgelegen seid oder noch besser, warum euch die Schule, Job oder Haushalt so entnervt. Für mich war Instagram immer eine Plattform zum Abschalten, Bilder kommentieren, Rezensionen lesen und neue Eindrücke sammeln und dabei natürlich auch in den näheren Kontakt zu anderen zu kommen ABER wenn ich durch die Storys schaue und der eine erzählt mir wie blöd der Tag in der Schule war, die nächste schreibt „Ich weiß gar nicht warum ich überhaupt noch lebe“, dann schalte ich auch ganz schnell wieder ab. Für mich ist diese Plattform keine Seelsorge App, bei der sich jeder bemitleidet und erzählt wie hart sein Leben doch ist.
Das war der zweite Knackpunkt, an dem ich mich gefragt habe wozu mache ich das denn hier noch?

Und seit neuestem bekomme ich etwas mit was ich so traurig und absolut armselig finde. Das Thema „Hass und Neid“. So richtig bewusst wurde mir das tatsächlich erst auf der Leipziger Buchmesse, wo ich zum einen ein paar super nette Leute getroffen habe und andererseits Dinge erfahren habe, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte. Im Internet Menschen mehr oder weniger anonym anzugreifen, Leute wo sind wir denn? Unser schönes Bookstagram war doch immer ein Ort, um sich auszutauschen, sich gegenseitig Bücher zu empfehlen, evtl welche tauschen und ganz sicher nicht sich gegenseitig unter die Bilder zu schreiben: „Finde ich schei*e, dass du das Reziexemplar bekommen hast, du hast doch eh viel weniger Follower als ich“. Auch eine andere Situation, diesmal auf der Leipziger Buchmesse hat mich sehr schockiert. Hier standen zwei sehr junge Mädchen neben mir (vielleicht dreizehn) die darüber geredet haben, dass sie sich wünschen so zu sein wie bestimmte Bookstagrammer mit sehr großer Reichweite (ich werde hier keine Namen nennen, weil man dann so viel umsonst bekommt und das sie dann unbedingt ein Bild mit denen in ihrer Story haben wollen um so neue Follower anzulocken. HALLO? Liebe Leute wacht bitte auf! Das ist das Internet, dieser neue „Hype“, dass man bestimmte Bookstagrammer gar nicht mehr als Menschen sieht, sondern eher als kleine Berühmtheiten. Nein. Das möchte ich nicht. Und ich sage es gerne nochmal, ich erzähle euch hier von meinen Eindrücken, davon, dass ich diese Veränderungen wahrnehmen kann und da einfach nicht mehr mitgehen will.
Das manche Menschen ÖFFENTLICH Bookstagrammer angreifen, die für bestimmte Verlage rezensieren, nur weil ihnen das nicht passt, vielleicht aus Neid oder Hass oder was weiß ich, aber was soll das?
Eine sehr liebe Freundin hat mir dann empfohlen: „Komm entfolge denen doch einfach“, ja aber dann ist mir aufgefallen, dass ich kein direktes Problem mit den Leuten habe, sondern mit der Veränderung in dieser Community. Die vielen Kooperationen, der Neid, dieses Geläster das wird mir persönlich zu viel und deswegen habe ich diese Entscheidung getroffen, Instagram bzw. mein Profil zu löschen.
Und glaubt mir, dass ist keine leichte Entscheidung gewesen, aber ich habe es abgewägt und bin zu dieser Entscheidung gekommen.
Wie geht es jetzt für mich weiter?  Ich werde diesen Blog hier vorläufig behalten und weiterhin meine Bücher fotografieren und Rezensionen verfassen und vor allem ganz verstärkt bei anderen vorbeischauen, neue Blogs entdecken und bevor ich mein Profil auf Instagram lösche, werde ich natürlich sehen ob ich auch wirklich allen meinen Lieblings Bookstagrammern bei meinem privaten Account folge oder noch besser ihrem Blog folge.

Vielleicht geht heute eine wunderschöne Zeit zu Ende, aber es warten  noch ganz andere Dinge, draußen im realen Leben.!