So liebe Leute, wie das immer ist kommt mein Lesemonat PÜNKTLICH einen Monat verspätet. Tja was soll ich sagen diesmal habe ich noch nicht mal eine passende Ausrede, nein ich habe es schlicht und ergreifend komplett vergessen. SHAME ON ME!
Aber trotz alle dem, werde ich euch heute meine gelesenen Bücher für den Monat November präsentieren.
Begonnen hat mein Monat mit No exit von Daniel Grey Marshall.

Der fünfzehnjährige Jim flüchtet sich vor dem gewalttätigen Vater in die warmen Arme des Alkohols. In der Freundschaft zu Phillys und Jeremy und seiner Liebe zu Leslie findet er die grundehrlichen Werte und die Wärme, die er in seiner Familie nicht kriegen kann. Da geschieht eine Katastrophe und die Achterbahn seiner Gefühle fährt mit Vollgas in den Abgrund …

Schwierig wie ich schon bei Wüstenblume erwähnt habe, ist es für mich einfach so gut wie unmöglich über das Leben anderer zu urteilen. Und hier Sterne zu vergeben so nach dem Motto: “ Ja komm also war schon alles bisschen übertrieben“, finde ich eigentlich ziemlich pervers. Also was kann ich sagen, es ist eine sehr ergreifende Geschichte über eine amerikanische Familie in der so ziemlich alles schief läuft. Alkoholiker als Vater, Mutter die an Naivität nicht zu übertreffen ist, Gewalt, Missbrauch, Drogen usw. Also eine sehr gut und spannend geschriebene „Geschichte“. Allerdings muss ich sagen wer einmal die Bücher von Lilly Lindner gelesen hat, wird hier wahrscheinlich von den Gedankengängen und Handlungen eher enttäuscht sein. Aber das ist nur meine Meinung alles in allem eine Geschichte die gehört werden will.
Was ich vermisst habe, war ein Perspektiven Wechsel, denn es hätten mich auch die Gedankengänge der Schwester von Daniel wirklich interessiert.
So ich hoffe, dass das jetzt die richtige Reihenfolge ist aber nach „No exit“, folgte soweit ich weiß „Atlantia“ von Ally Condie.

Sie waren für ein gemeinsames Leben bestimmt.
Doch das Schicksal trennte sie.

Bay, du fehlst mir so sehr, flüsterte sie in die Muschel. Aus dem Inneren tönte ein rauschender Gesang und erinnerte an eine Zeit, als Wasser und Land noch zusammengehörten. Wo auch immer an der Landoberfläche ihre Schwester nun war, sie musste sie finden – auch wenn es niemandem erlaubt war, die Stadt unter der Glaskugel zu verlassen.
In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet.
 

Man kann sagen was man will aber die liebe Frau Condie, hat etwas an sich was mir gefällt. Denn mal ganz ehrlich die Geschichte war weder besonders originell noch überaus einfallsreich. Aber sie vermittelt immer ein Gefühl von Sicherheit und Anerkennung in ihren Büchern und deswegen verliere ich mich selten so sehr in Geschichten wie bei der lieben Ally.
Als ich den Klappentext gelesen habe, hätte ich nie gedacht in welche Richtung „Atlantia“ gehen wird und war dann doch ziemlich irritiert. Ich hatte ja angenommen es geht in diese dystopische Richtung aber weit gefehlt, der Schwerpunkt liegt hier eher im Fantasy Teil und zwar dreht sich viel um das Leben der Sirenen unter Wasser.
Der Schreibstil war sehr flüssig, wie eigentlich immer und die Schrift angenehm groß. SO ich denke mal 3,5 von 5 Sternen sind hier angebracht. Tolles Jugendbuch nur mit viel zu wenig Tiefgang, schade!
Das letzte Buch für den Monat November hat mich allerdings wieder mehr begeistert, wenn auch auf eine ziemlich verstörende Weise, die Rede ist vom Märchenerzähler.

Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden?

Verstörend, schön und unglaublich nah. Dieses Buch hat mich so sehr zum nachdenken angeregt und als ich es beendet hatte, war mein erster Gedanke. „Ist das dein f*cking Ernst?“. Ich war sauer, aufgewühlt, enttäuscht und erleichtert zu gleich. Ich konnte mich so sehr in Anna hinein versetzen und war ihr beim Lesen unglaublich nah. Das Buch würde ich allerdings als ein eher düsteres Exemplar gestalten, es spielt in Februar, welche nicht grade die freundlichste Jahreszeit in unserm schönen Deutschland ist und auch unsre Hauptprotagonisten, könnten verschiedener nicht sein. Abel hat mehr Balast und Geheimnisse als der Monat Tage und Anna ist ein so behütetes Mädchen, die langsam beginnt über den Tellerrand ihres Lebens hinaus zu blicken.
Ich konnte mich sehr mit ihr identifizieren, denn auch ich hatte das Glück, sehr behütet und beschützt aufzuwachsen. Meine Eltern haben mich bewusst von all dem Leid und Hass der Welt ferngehalten, ob das nun immer so richtig war sei dahin gestellt. Aber so konnte ich viele Gedanken von Anna nachvollziehen und sie sehr verstehen.
Hingegen Abel mir bis zum Schluss fremd blieb, aber auf eine schöne Weise. Eher wie ein Reh, dass man von weitem beobachtet aber weiß sich niemals annähern zu dürfen, wenn man es weiter in seiner Nähe behalten will. JA so könnte man meine Verbindung zu Abel beschreiben. Ein Buch das viele Fragen offen lässt und mich noch lange mitverfolgen wird. Danke Antonia für dieses eindeutige 5 Sterne Buch.

So und wir sind am Ende angekommen ich wünsche euch noch angenehme Weihnachtsferien, Feiertage oder was auch immer.
Bis ganz bald
Leseblumen